private Homepage von Thomas Groß

Raspberry

Der Raspberry (genauer gesagt der Raspberry Pi) ist ein Ein-Chip-Microrechner von der Größe einer Kreditkarte und hat einer inzwischen ganzen Gruppe von Rechnern den Weg geebnet. Der erste Raspberry Pi kam 2012 auf den Markt und sollte eigentlich jungen Menschen die (auch hardwarenahe) Programmierung näher bringen. Deshalb wurde er zu einem recht günstigen Preis auf den Markt gebracht.

Ob er dieses Ziel erfüllt hat, kann ich nicht sagen. Auf Grund seines niedrigen Preises, der nur bei der Einrichtung notwendigen Peripherie und der geringen Leistungsaufnahme wurde er aber schnell als kleiner Server für Heimnetzwerke zum Geheimtip. Der schnelle Erfolg brachte natürlich auch Nachahmer ins Spiel. Als Beispiele für ähnlich Kleinstrechner im selben oder ähnlichen Einsatzgebiet will ich hier nur die Familie der Banana-Renchner und das Cubieboard nennen.

Diese Beispiele sind willkürlich gewählt und stehen nur deshalb hier, weil ich davon auch jeweils mindestens einen besitze und mir die Namen daher schnell einfallen. Eine vollständigere Liste ist beispielsweise in der Wikipedia (externer Link Wikipedia) zu finden. Zumindest war das am 28.04.2017 der Fall, als ich diese Seite beschrieben habe. Ich schreibe jetzt auch weiterhin vom Raspberry oder dem Raspi, auch wenn das gleiche für viele der Klein- und Kleinstcomputer gilt.

Für ein Heimnetz mit 10 oder weniger Clients ist so ein Raspi durchaus in der Lage, eine kleines Wiki oder eine Webseite zu liefern, Dateien im Netz bereitzustellen oder Musik und Filme zum Fernseher oder zur Stereoanlage zu übertragen. Je nach Leistungsfähigkeit ist es aber nicht unbedingt eine gute Idee, hier alle Anwendungen auf einem Raspi zu vereinigen. Auch wenn die Rechenleistung meist völlig ausreichend ist, stellt der Speicher hier schnell ein Problem dar.

Beim Einsatz sind einige Eigenheiten der Systeme zu beachten:

Raspberry
Der Raspi kann externe Datenträger nur per USB anbinden, welches sich die Leitungskapazität mit dem Netzwerkanschluß teilen muß. Die erreichbaren Datenübertragungsraten beim Einsatz als Datei-Server sind daher nicht sonderlich gut.
Das Modell B+ mit 512 MB Hauptspeicher und einer 700MHz-Single-Core-CPU kann keine großen Leistungen erbringen. Auch als Webserver ist daher der Einsatz schwierig. Das neuere Modell B3 hat schon 1 GB Hauptspeicher und eine 1,2GHz-Quad-Core-CPU. Die reine Rechenleistung ist damit deutlich gestiegen, so daß hier auch ein Einsatz als Webserver sinnvoller wird.
Das meiner Meinung nach beste Einsatzgebiet für einen Raspberry ist das Media-Center. Der Broadcom BMC2837 wird von OpenElec gut unterstützt und über die Homepage kann hier ein fertiges Image für die SD-Karte heruntergeladen werden.
Cubieboard
Im Gegensatz zum Raspberry Pi gibt es hier einen SATA-Anschluß für eine Festplatte. Durch die höheren Datenübertragungsraten eignet sich das Cubieboard daher besser als Datei-Server und kann hier eine höhere Performance erzielen.
Mit 2GB ist nicht nur der Hauptspeicher sehr gut ausgestattet, auch der Dualcore-Prozessor mit 1GHz macht guten Eindruck. Damit eignet sich das Cubieboard recht gut als Web- oder Mail-Server.
Leider wird das Cubieboard nicht von OpenElec unterstützt, so daß ein Einsatz als Media-Server kaum realisierbar ist.
Banana Pi
Der Banana hat ebenfalls einen SATA-Anschluß, und zusätzlich einen GBit-Netzwerkanschluß. Da er auch vom Prozessor und Speicher her besser als der Raspi ausgestattet ist, eignet sich der Banana ziemlich gut als Datei-Server.
Mit seinem 1GB Hauptspeicher und dem 1GHz-Dual-Core-Prozessor ist ein Einsatz als Webserver ebenfalls möglich.
Auch der Banana wird nicht offiziell von OpenElec unterstützt, so daß auch dieser kaum als Media-Server zu verwenden ist.
Ich priorisiere daher den Banana als Datei-Server und das Cubieboard als Web- und Datenbankserver. Am Fernseher hängt ein Raspi der dritten Generation, die Filme vom Banana holt und per HDMI auf dem Ferseher ausgibt. Für kleinere Bastelprojekte habe ich noch zwei ältere Raspi-Modelle. Einer davon soll später mal als Netzwerkfilter und Mail-Server arbeiten, der andere wird meine erste "richtige" Hardware-Bastelei. Hier soll ein Funkmodul dran, mit dem ich Funksteckdosen aus dem Baumarkt steuern kann...